Lungenkrebs

Was ist Lungenkrebs?

Lungenkrebs ist ein bösartiger Tumor, der seinen Ursprung in den Zellen des Lungengewebes nimmt. Die Erkrankung kann in allen Abschnitten der Lunge entstehen. Mehr als die Hälfte der Tumoren entwickelt sich in den oberen Teilen der Lungenflügel. Der Grund: Diese Lungenbereiche werden bei der Atmung stärker belüftet und sind so schädigenden Substanzen stärker ausgesetzt.

Lungenkrebs lässt sich hauptsächlich in zwei Gruppen einteilen:

  1. Das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC) siedelt sich meist zentral in der Lunge an. Es tritt in weniger als 20 % der Fälle auf und wächst besonders schnell.1,2
  2. Mehr als 80 % der Lungenkrebspatienten haben ein nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC).1 Es wächst in der Regel langsamer und unterteilt sich in drei Hauptformen: Das Plattenepithelkarzinom, das von der obersten Zellschicht der Schleimhaut in den Bronchien ausgeht, das Adenokarzinom, das aus drüsenartigen Zellen der Atemwege entsteht, und das großzellige Lungenkarzinom.

Lungenkrebs in Deutschland – Daten und Fakten

Lungenkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankungen. Jedes Jahr erkranken rund 34.500 Männer und 18.000 Frauen an Lungenkrebs.3

Die Prognose für die Patienten ist ungünstig: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate bei Frauen liegt bei 21 %, bei Männern bei 16 %.3 

Im Jahr 2012 starben in Deutschland rund 44.500 Patienten an einem Lungenkarzinom, darunter 29.700 Männer und 14.800 Frauen.

Lungenkrebs ist damit bei Männern die häufigste, bei Frauen die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache.3

Anteil an krebsbedingten Todesfällen in Deutschland
Anteil an krebsbedingten Todesfällen in Deutschland
 

Problematisch ist, dass bei etwa drei von vier Lungenkrebspatienten der Tumor erst im fortgeschrittenen Stadium (Stadium III oder IV) entdeckt wird.4 Gerade eine frühe Diagnose verbessert die Heilungschancen und erweitert die Behandlungsmöglichkeiten. Bis zu 70 % der Patienten könnten bei einer frühen Diagnose fünf Jahre und länger überleben.5

Welche Risikofaktoren gibt es?

Ein gesunder Lebensstil und das Meiden der folgenden Faktoren können das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, reduzieren:

  • Rauchen: Aktives Rauchen ist – mit weitem Abstand – der größte Risikofaktor für Lungenkrebs. Etwa jeder zehnte Raucher erkrankt an Lungenkrebs, im Schnitt 30 bis 40 Jahre nach Beginn des Tabakkonsums. Im Vergleich zu Nichtrauchern haben Raucher ein 20 bis 30-fach höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.1,3
  • Passivrauchen: Passives Mitrauchen führt in Deutschland jährlich bei etwa 280 Menschen zu Lungenkrebs.6
  • Schadstoffe am Arbeitsplatz: Stäube oder Dämpfe wie Asbest, Quarz, Arsen oder Nickel sind Auslöser bei bis zu 15 % der Lungenkrebsfälle.3
  • Umweltgifte: Dieselruß, Feinstaub oder das radioaktive Edelgas Radon, welches vermehrt in Gegenden mit hohem Uran- oder Thoriumgehalt im Boden vorkommt (z. B. Fichtelgebirge, Schwarzwald, Thüringer Wald), erhöhen das Lungenkrebsrisiko um etwa das Eineinhalbfache.6
  • Alter: Wie bei anderen Krebsarten ist auch bei Lungenkrebs das Alter ein Risikofaktor. Die Erkrankung tritt überwiegend ab dem 40. Lebensjahr auf. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren, wobei der Altersdurchschnitt steigt.3
Risikofaktor Rauchen
Weitere Risikofaktoren
 

Welche Symptome können auf Lungenkrebs hinweisen?

Lungenkrebs äußert sich meist erst im fortgeschrittenen Stadium durch unspezifische Symptome.7 Dazu gehören:

  • Neu einsetzender Husten, der sich trotz adäquater Therapie, z. B. mit Antibiotika, über 2-3 Wochen hält
  • Chronischer Husten, der seinen Charakter verändert
  • Blutiger und unblutiger Auswurf
  • Pfeifende Atmung und Atemnot
  • Fieberschübe
  • Schmerzen im Brustbereich
  • Schwellungen im Gesicht und am Hals

Wie wird die Diagnose gestellt?

Besteht der Verdacht auf Lungenkrebs, folgen weitere Untersuchungen (ausführliche Anamnese, Röntgenbild des Brustkorbs, Computertomographie). Einen zuverlässigen Befund bringt die Histologie. Hierfür wird bei einer Lungenspiegelung (Bronchoskopie), unter Ultraschall-/Röntgenkontrolle oder bei einem chirurgischen Eingriff eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen. Mit der Gewebeanalyse durch den Pathologen (Tumorhistologie) wird der Tumortyp bestimmt und festgestellt, ob ein gut- oder bösartiger Tumor vorliegt.8

Die neuen Diagnose- und molekularen Testverfahren ermöglichen immer bessere Differenzialdiagnosen. 

Die korrekte Differenzialdiagnose ist wichtig, da sich die verschiedenen Lungenkrebsformen bezüglich ihrer Prognose unterscheiden und unterschiedlich behandelt werden müssen. 

Bislang konnten für fast 50 % der Lungenkrebspatienten potenziell therapeutisch relevante Genveränderungen identifiziert werden.9

Verschiedene Genmutationen können Lungenkrebs verursachen. Dieses Wissen ermöglicht heute eine zielgerichtete Behandlung und die Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien
Verschiedene Genmutationen können Lungenkrebs verursachen. Dieses Wissen ermöglicht heute eine zielgerichtete Behandlung und die Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien
 

Wie wird Lungenkrebs behandelt?

Operation:
Für Patienten mit NSCLC im Frühstadium (Stadium I oder II) steht an erster Stelle die Operation. Die vollständige Tumorentfernung bietet die Chance auf langfristige Heilung. Wird die Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium III oder IV festgestellt, ist eine Operation nur noch bei weniger als einem Drittel der Patienten durchführbar.10,11

Strahlentherapie:
Eine Strahlentherapie ist erforderlich, um vereinzelt zurückgebliebene Tumorzellen abzutöten. Bei Lungenkrebs wird sie entweder allein oder in Kombination mit einer Chemotherapie eingesetzt.10,11

Chemotherapie:
Die Chemotherapie wird vor und nach der Operation eingesetzt, um den Tumor zu verkleinern bzw. das Risiko von Rückfall oder Metastasenbildung zu senken. Patienten mit Lungenkrebs erhalten meist eine Kombination aus mehreren Chemotherapie-Medikamenten. Platinsalze (Cisplatin und Carboplatin) gelten als die wichtigsten Zytostatika und können gut mit anderen Chemotherapeutika kombiniert werden.10,11

Zielgerichtete Therapien:
Für die Behandlung von Lungenkrebs-Patienten stehen verschiedene zielgerichtete Substanzen zur Verfügung.

Personalisierte Krebsmedizin:
Auf Basis einer Mutationsanalyse können Patienten eine personalisierte Therapie erhalten. In Deutschland sind derzeit verschiedene Lungenkrebsmedikamente zugelassen, die bei einer der beiden genetischen Veränderungen – der EGFR (Epidermal Growth Factor Receptor)-Mutation und der ALK (Anaplastische Lymphom-Kinase)-Translokation – zugelassen sind.12

Krebsimmuntherapie:
Krebsimmuntherapien stehen für eine neue Strategie in der Behandlung von Krebspatienten. Ziel ist es, das körpereigene Immunsystem in den Kampf gegen den Krebs einzubinden, indem Abwehrmechanismen der Krebszellen deaktiviert werden. 

[1] Deutsche Krebsgesellschaft (DKG): Lungenkrebs (letzter Aufruf: 19.04.2016)
[2] Deutsche Krebshilfe e. V. (Hrsg.): Lungenkrebs. Antworten. Hilfen. Perspektiven, Homburg/Saar, 2013
[3] Robert Koch Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2011/12, Berlin, 2015
[4] Swisher SG. In: Fossella FV, Komaki R, Putnam JB Jr, eds. Lung Cancer. New York, NY: Springer, 2002: 118–141
[5] Deutsche Krebsgesellschaft (DKG): Vorbeugung Lungenkrebs (letzter Aufruf: 19.04.2016)
[6] Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz): Risikofaktoren Lungenkrebs (letzter Aufruf: 19.04.2016)
[7] Deutsche Krebsgesellschaft (DKG): Früherkennung Lungenkrebs (letzter Aufruf: 19.04.2016)
[8] Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz): Lungenkrebs (letzter Aufruf: 19.04.16)
[9] The Clinical Lung Cancer Genome Project, Network Genomic Medicine, Sci Transl Med 2013; 5 (209): 209ra153
[10] Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz): Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (letzter Aufruf: 19.04.2016)
[11] Deutsche Krebsgesellschaft (DKG): Behandlungsmethoden bei Lungenkrebs (letzter Aufruf 19.04.2016)
[12] vfa: In Deutschland zugelassene Arzneimittel für die personalisierte Medizin (letzter Aufruf 19.04.2016)

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